Fördermittel - Konzept Finanzierung

Neue Beratungsförderung für Unternehmen und Existenzgründer

Zum 31.12.2015 ist das Beratungsprogramm der KFW Bank ausgelaufen. Die Mittel dafür waren schon vorher erschöpft. Seit dem 1.1.2016 hat nun das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eine neue Beratungsrichtlinie in Kraft gesetzt.

Damit stehen Existenzgründern, Unternehmen mit speziellem Beratungsbedarf und Unternehmen in Schwierigkeiten umfangreiche Fördermöglichkeiten offen, wenn es um professionelle Beratung und Begleitung geht.

Die Förderquoten reichen von 50% der Beraterrechnung bis hin zu 90% bei Unternehmen in Schwierigkeiten.

Förderung von Unternehmen

Die Unternehmen wurden nun in drei Bereiche klassifiziert mit unterschiedlichen Fördervoraussetzungen und Förderhöchstsätzen:

  1. Jungunternehmen (Existenzgründer, Unternehmen bis max. 2 Jahre) mit einem maximalen Fördervolumen von 50% bis 80% (je nach Region) bis zu einem Rechnungsbetrag von 4.000 € netto.
  2. Bestandsunternehmen, ab dem 3. Jahr, 50%-80% Förderung bis 3.000 €.
  3. Unternehmen in Schwierigkeiten (Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit) – 90% Förderung bis 3.000 €.

Antrag auf Beratungsförderung

Der Antrag auf Beratungsförderung erfolgt online über die neue Antragsplattform des BAFA. Der Antrag wird beim BAFA geprüft und anschließend die Förderzusage erteilt. Die Beratung darf nicht vor der Förderzusage des BAFA beginnen.

Für Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten ist vor Antragstellug ein Gespräch bei einem Regionalpartner des BAFA, z.B. bei einer IHK verpflichtend.

Kostenlose Beratungsangebote

Für Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit starten, sind kostenlose Beratungsangebote über eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit möglich. Hier wird im Rahmen eines individuellen Coachings über einen Aktivierungsgutschein (AVGS) Unterstützung im Vorfeld der Existenzgründung geboten.

Ein Coaching über Aktivierungsgutschein kommt auch für Selbständige in Frage, die noch Leistungen vom Jobcenter oder von der Agentur für Arbeit beziehen (z.B. Aufstocker oder bei freiwilliger Arbeitslosenversicherung). Hier zielt die Beratungsleistung auf eine rasche Wiederherstellung der Tragfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit ab, um den Leistungsbezug schnell zu beenden.

Weitere Informationen zu den kostenfreien Beratungsangeboten über Aktivierungsgutschein gibt es hier.

 

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Fördermittel - Konzept Finanzierung

Gründercoaching Deutschland – Budget ist ausgeschöpft

Von der KFW erreichte uns die Mitteilung, dass die Haushaltsmittel für das Förderprogramm „Gründercoaching Deutschland“ ausgeschöpft sind. Das bedeutet, dass Existenzgründer bis zum Jahresende keine Zuschüsse mehr zu einer qualifizierten Gründungsberatung durch einen Existenzgründungscoach bekommen können.

Zwar soll das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) ab 1.1.2016 ein eigenes Programm zur Beratungsförderung bei Existenzgründung anbieten, allerdings sind Einzelheiten wie der Ablauf der Beantragung und das genaue Startdatum noch nicht bekannt.

Bis dahin gibt es die Möglichkeit, bei einem zertifizierten Beratungsunternehmen ein individuelles Coaching in Anspruch zu nehmen, das über die Agentur für Arbeit finanziert wird. Existenzgründer, die arbeitslos sind oder von Arbeitslosigkeit bedroht, können bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) beantragen. Der AVGS gilt als Förderzusage und kann für eine Beratung im Vorgründungsbereich eingelöst werden.

Für den Existenzgründer entstehen dabei keine Kosten!

Weitere Informationen gibt es hier oder telefonisch unter 0511-7110 9992.

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Kostenloses Coaching bei Existenzgründung aus Arbeitslosigkeit

Arbeitslose, die sich selbständig machen wollen, können von einem neuen Förderprogramm profitieren:

Mithilfe eines Aktivierungsgutscheines (AVGS) können sie an einem kostenlosen individuellen Coaching eines zertifizierten Existenzgründungscoachs teilnehmen.

Inhalte

Da das Coaching individuell durchgeführt wird, werden die Inhalte passgenau auf den jeweiligen Existenzgründer zugeschnitten. Die Inhalte können sein:

  • Analyse der Gründereignung
  • Vorbereitung des Geschäftskonzeptes
  • Vorbereitung der Unternehmensfinanzierung
  • Coaching Neukundenakquise, Marketing oder Personalführung

Das Ergebnis des Coachings ist z.B. ein gemeinsam erarbeiteter Businessplan, die Vorbereitung einer Unternehmensfinanzierung oder ein Marketingkonzept.

Das Coaching wird von der Agentur für Arbeit bzw. von den Jobcentern über die Ausgabe des AVGS finanziert. Für den Existenzgründer entstehen keine weiteren Kosten!

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) bescheinigt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einem Arbeitslosen das Vorliegen der Fördervoraussetzungen für eine nach AZAV zertifizierte Maßnahme.

Rechtsanspruch hat jeder Arbeitslose im Leistungsbezug ALG I nach einer Wartezeit von 6 Wochen Arbeitslosigkeit (innerhalb der letzten 3 Monate) sowie im Fall dieser Maßnahme von der Arbeitslosigkeit bedrohte Personen.
Alle anderen Personen erhalten den AVGS nach Ermessen des Kostenträgers.

Bei Vorlage eines AVGS ist die Teilnahme an der Maßnahme für den Existenzgründer kostenlos!

Ablauf der Förderung und des Coaching

Der Gründungswillige nimmt Kontakt zu einem zertifizierten Unternehmensberater auf und lässt sich eingehend über das Coaching und die Inhalte beraten. Anschließend beantragt er bei der Agentur für Arbeit bzw. beim Jobcenter einen sog. Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS.

Nach Vorlage des AVGS beim Existenzgründungscoachs kann das Coaching beginnen!

Anlaufstellen

Das kostenlose Coaching kann nur von Unternehmensberatern durchgeführt werden, die nach AZAV zertifiziert sind und über entprechende Programme („Maßnahmen“) verfügen.

Ein bundesweit agierender Anbieter ist die Erfolgspfad GmbH. Sie wurde vom TÜV Süd zertifiziert und verfügt über alle notwendigen Zulassungen.

Infos & Kontakt: Tel. 0511- 7110 9992 bzw. www.erfolgspfad.de

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Tipps zur Kassenführung für Unternehmer und Existenzgründer

Viele Unternehmer und Existenzgründer kennen nicht alle wichtigen Punkte zur richtigen Kassenführung. Um Schwierigkeiten mit dem Finanzamt aus dem Weg zu gehen, hier einige Tipps aus der Praxis.

Was muß aufgezeichnet werden?

Für eine ordnungsgemäße Buchführung gilt der Grundsatz, Aufzeichnungen „vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen“ (§146 AO). Um dies zu erreichen, sollte jeder Geschäftsvorfall einzeln erfasst werden mit Datum, Leistung und Vertragspartner, geordnet nach Reihenfolge (Datum, Uhrzeit).
Ist dies nicht möglich, z.B. bei einem Imbiss, der viele Geschäftsvorfälle in geringem Umfang hat, ist die Benutzung einer Registrierkasse oder eines EDV-Systems zu empfehlen. Die Ausdrucke der Registrierkasse sind dann Grundlage für die Aufzeichnungen im Kassenbuch.
Ebenso sind die Auszahlungen aus einer Kasse mit entsprechenden Belegen nachzuweisen, z.B. Ausgaben für Porto oder Büromaterial.

Tägliche Kassenführung

Wie eine Kasse zu führen ist, wird in §146 AO geregelt: „Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sollen täglich festgehalten werden.“
Da es sich um eine Sollbestimmung handelt, kann also abgewichen werden, je nach Art Ihres Unternehmens. Machen Sie täglich Barverkäufe an verschiedene Kunden, die Sie nicht kennen, z.B. in einem Schuhgeschäft?
Dann sollten Sie keinesfalls vom täglichen Führen des Kassenbuches abweichen! In diesem Fall sollten Sie sogar jeden Barverkauf unmittelbar aufzeichnen, um das „Vergessen“ eines Geschäftsvorfalles auszuschließen. Entstehen an einem Tag gar keine Barumsätze, sollte auch dies dokumentiert werden, z.B. mit einem täglichen Kassenbericht.
Ist es nicht möglich, die Eintragung am gleichen Tag vorzunehmen, z.B. weil die Tageseinnahmen täglich nach Geschäftsschluß zur Hauptfiliale gebracht werden, kann die Aufzeichnung am nächsten Tag erfolgen.
Machen Sie hingegen nur selten Bargeschäfte, können Kassenaufzeichnungen auch in größeren Abständen geschehen, z.B. wenn bei einem freiberuflichen Berater ein Mandant ausnahmsweise seine Rechnung bar bezahlt, anstatt zu überweisen. Aber auch in diesem Fall ist es empfehlenswert, die Eintragung in das Kassenbuch sofort vorzunehmen, um ein späteres Durcheinander zu vermeiden.

 

Änderungen im Kassenbuch

Nachträgliche Änderungen im Kassenbuch dürfen nicht stattfinden! Schleicht sich einmal ein Fehler ein,  muß die Korrektur so erfolgen, dass diese auch nachvollziehbar ist, z.B durch Streichung der entsprechenden Zeile.
Wird die Kasse elektronisch geführt, muß in der Software eine Funktion eingebaut sein, mit der Korrekturen nachvollziehbar bleiben. Der ursprüngliche Kasseneintrag muß immer lesbar bleiben!
Eine Kassenführung mit einer Tabellenkalkulation wie Excel ist nicht gestattet, weil dort z.B. ganze Zeilen so gelöscht werden können, dass sie nicht mehr auffindbar sind.

 

Kassenberichte

Wenn nicht jeder Geschäftsvorfall einzeln aufgezeichnet werden kann, können die Kasseneinnahmen auch mit einem Kassenbericht ermittelt werden. Dies geschieht so:
  • Bargeldzahlungen von Kunden werden in die Kasse eingelegt.
  • das Wechselgeld wird aus der Kasse an den Kunden herausgegeben.
  • Am Ende des Tages wird die Kasse ausgezählt und der Kassenbericht erstellt.

 

Der Kassenbericht wird wie folgt erstellt:

Kassenbestand am Ende des Tages (durch Zählen ermittelt!)

– Kassenbestand zu Beginn des Tages
+ Ausgaben (bar)
+ Barentnahmen zur Einzahlung auf das Bankkonto
– Bareinlagen vom Bankkonto
+ private Barentnahmen
– private Bareinlagen

= Tagesumsatz (bar)

Wichtig: Der Kassenbericht sollte immer mit dem am Ende des Tages gezählten Kassenbestand beginnen, um den Anschein zu vermeiden, dass der Tagesumsatz nur rechnerisch ermittelt wurde und nicht auf tatsächlichem Auszählen beruht! Zur Sicherheit kann ein Zählprotokoll der Kasse unterschrieben dem Kassenbericht hinzugefügt werden.

 

Folgen von Fehlern oder nicht ordnungsgemäßer Kassenführung

Stellt das Finanzamt bei einer Prüfung fest, dass sich aus der Kassenführung Unstimmigkeiten ergeben, oder dass die Aufzeichnungen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden, kann es die Buchführung verwerfen und eine Steuerschätzung vornehmen. Die Schätzungen ergehen meist zu Ungunsten der Unternehmer und sollten unbedingt vermieden werden, da die Beweislast geringerer Einnahmen dann beim Unternehmer selbst liegt!

 

Wichtige Grundlagen ordnungsgemäßer Kassenführung

  • Keine Buchung ohne Beleg!
  • Negativer Kassenbestand nicht möglich!
  • Der Geldtransit zwischen Kasse und Bank muß festgehalten werden!
  • Privatentnahmen oder – einlagen sind auch zu erfassen!
  • Keine nachträglichen Veränderungen oder Löschungen im Kassenbuch! Bei Fehlern entsprechende Eintragung so streichen, dass sie noch lesbar bleibt.
  • Alle Belege sind 10 Jahre aufzubewahren!

 

Unterstützung zum Aufbau einer ordnungsgemäßen Kassenführung erhalten Sie von der Unternehmensberatung Christian Eckstein – Kontakt unter www.christian-eckstein.de oder telefonisch unter 0511-71109222
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Kostenlose Unterstützung für Unternehmen in Schieflage

Förderprogramm Runder Tisch der KfW

Unternehmen in Schwierigkeiten können vom Beratungsprogramm „Runder Tisch“ der KfW Bank profitieren.

Dabei wird die Beratung eines Unternehmensberaters in voller Höhe von der KfW übernommen, damit die betroffene Firma schnell kostengünstige Hilfe erhält.

Schwachstellenanalyse

Ziel der Förderung ist es, Schwachstellen durch einen externen Berater identifizieren zu lassen und schnell die Unternehmensleitung bei Gegenmaßnahmen zu unterstützen.

Bei Bedarf  kann der Berater in Gesprächsrunden, z.B. mit Gläubigern, unterstützen.

Konditionen

Mit dem Beratungsprogramm „Runder Tisch“ können kleine und mittlere Unternehmen bzw. Freiberufler mit Sitz in Deutschland gefördert werden. Wichtig: Die Förderung kann nur erfolgen, wenn noch kein Insolvenzantrag gestellt wurde bzw. noch keine Verpflichtung dazu besteht.

Insgesamt ist eine Beratung bis zu 10 Tagen im Gesamtvolumen von bis zu 1.600 Euro möglich. Der Eigenanteil des beratenen Unternehmens umfasst lediglich die Mehrwertsteuer und die Fahrtkosten des Beraters.

Weitere Informationen und Beratung
Die Unternehmensberatung Christian Eckstein aus Hannover unterstützt Unternehmen in Schieflage mit konkreten Maßnahmen. Kontakt: Tel. 0511-71109992 oder im Internet: www.christian-eckstein.de 

Existenzgründung

Firmengründung: Das will das Finanzamt wissen

Eine Firma ist schnell gegründet: Eine Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde ist unkompliziert und schon hat man den Status eines Unternehmers. An was viele in dieser Situation nicht denken: Als nächstes schickt das Finanzamt einen Fragebogen, der es in sich hat.

Fragebogen zur Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit bzw. Beteiligung an einer Personengesellschaft/-gemeinschaft“ nennt sich das 8-seitige Ungetüm, das Gründer einige Tage oder Wochen nach Firmengründung erhalten. Gewerbeämter oder Notare leiten Informationen über Neugründungen in der Regel umgehend an das zuständige Finanzamt weiter.

In diesem Fragebogen erhebt das zuständige Finanzamt Angaben u.a. über persönliche Daten, über das angemeldete Gewerbe, aber auch schon über zu erwartende Umsätze und Gewinne.

Hintergrund: Durch die Angaben zu Gewinnen und Umsätzen schätzt das Finanzamt die zu erwartenden Steuerzahlungen und erlässt entsprechende Bescheide. Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer werden anhand dieser Angaben berechnet und dann vierteljährliche Vorauszahlungen fällig.

Nun heisst es aufgepasst, denn sowohl zu niedrig geschätzte Angaben, als auch übertriebene Gewinnerwartungen können Probleme verursachen.

Werden die Gewinne zu pessimistisch eingeschätzt, erläßt das Finanzamt eher niedrigere Vorauszahlungsbescheide. Dafür sind dann die Steuernachzahlungen am Jahresende bzw. bei Abgabe der Steuererklärungen umso saftiger.

Oft kommt dann ein weiteres Problem hinzu: Viele geben die Steuererklärungen für das Geschäftsjahr erst gegen Ende des Folgejahres ab. Dann will das Finanzamt nicht nur die hohen Steuernachzahlungen, sondern auch gleich hohe Vorauszahlungen für das laufende Jahr. Für manchen Existenzgründer hat das schon das vorzeitige „Aus“ bedeutet.

Werden hingegen zu hohe Gewinne erwartet und diese im Fragebogen deklariert, sind auch hohe vierteljährliche Steuervorauszahlungen zu erwarten. Dies kann eine Firma in akute Schwierigkeiten bringen, wenn z.B. die nötige Liquidität leidet.

Existenzgründer, die Unterstützung beim Ausfüllen des Fragebogens in Anspruch nehmen wollen, oder die andere Fragen zum Thema haben, können sich unter Tel.  0511-71109992 an die Unternehmensberatung Christian Eckstein wenden. www.christian-eckstein.de

Finanzierung

Existenzgründer: Vorsicht vor Scheinselbständigkeit!

In vielen Unternehmen werden Tätigkeiten an externe Dienstleister vergeben oder ausgelagert. Stehen die externen Dienstleister dabei in einem Verhältnis zum Auftraggeber, das nach außen hin wie ein Arbeitsverhältnis aussieht, ist Vorsicht geboten. Die Annahme liegt nahe, dass es sich um Scheinselbständigkeit handelt.

Was ist Scheinselbständigkeit?

Wenn jemand als Selbständiger oder Gewerbetreibender eine Tätigkeit für einen Auftraggeber ausübt, dabei aber nicht die Freiheiten eines Unternehmers hat, sondern wie ein nichtselbständiger Arbeitnehmer behandelt wird, handelt es sich um Scheinselbständigkeit.

Ein Scheinselbständiger tritt zwar gegenüber dem Staat wie ein Unternehmer auf, wird aber von seinem Auftraggeber wie ein angestellter Mitarbeiter behandelt. Kann ein Selbständiger nicht frei über Ort, Zeit oder Inhalt seiner Tätigkeit entscheiden, dann ist er abhängig beschäftigt, also wie ein ganz normaler Arbeitnehmer zu behandeln.

Manche Unternehmen setzen Scheinselbständige ein, um Sozialabgaben zu sparen und den Kündigungsschutz zu umgehen.

Beispiele für Scheinselbständige sind z.B. LKW-Fahrer, die nicht mehr bei einer Spedition angestellt sind, sondern als „freie Fahrer“ die Aufgaben eines angestellten Fahrers erfüllen. Sie unterliegen den Weisungen des Auftraggebers (Disposition) und benutzen auch oft dessen Betriebsmittel (z.B. LKW).

 

Kriterien für Scheinselbständigkeit

Bei folgenden Sachverhalten ist von einer Scheinselbständigkeit auszugehen:

  • es ist dauerhaft nur ein Auftraggeber vorhanden
  • der Großteil des Umsatzes (80%) wird mit nur einem Auftraggeber generiert
  • der Selbständige führt die gleichen Arbeiten aus wie ein angestellter Mitarbeiter
  • es sind keine eigenen Mitarbeiter angestellt
  • der Selbständige benutzt Arbeitsmittel seines Auftraggebers
  • der Selbständige ist seinem Auftraggeber gegenüber weisungsgebunden

 

Gefährliches Spiel

Krankenkassen prüfen, ob jemand eine selbständige oder eine abhängige Beschäftigung ausübt. Kommt im Nachhinein heraus, dass jemand auf selbständiger Basis tätig war, obwohl er wie ein Angestellter hätte behandelt werden müssen, werden Sozialversicherungsbeiträge nachträglich eingefordert. Unter Umständen müssen dann die Beiträge für mehrere Jahre nachgezahlt werden. Dies kann sowohl den Auftraggeber, als auch den Auftragnehmer betreffen.

Achtung: unter Umständen kann dies sogar strafrechtliche Konsequenzen haben! Siehe auch §266a StGB: Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen.

 

Status prüfen lassen!

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Erwerbstätigkeit als selbständig oder scheinselbständig eingeordnet wird, kann seinen Status prüfen lassen.  Die Deutsche Rentenversicherung Bund kann dies durch ein Statusfeststellungsverfahren prüfen. Die Prüfung kann sowohl vom Selbständigen, als auch vom Auftraggeber initiiert werden. Hier gibt es weitere Infos und Formulare zum Thema Statusfeststellung

 

Scheinselbständigkeit und Existenzgründung

Um als Existenzgründer nicht in die Falle der Scheinselbständigkeit zu tappen, ist eine gründliche Planung des Geschäftskonzeptes nötig, insbesondere im Hinblick auf die Wahl der Rechtsform.

Die Unternehmensberatung Christian Eckstein aus Hannover unterstützt  Existenzgründer bei der Wahl des richtigen Konzeptes für die Selbständigkeit. Kontakt: Tel. 0511-71109992 oder im Internet: www.christian-eckstein.de